Wo ist der Bär?

Ich freue mich riesig darüber, dass die Surseer Woche sich eingeschaltet hat. Das Schicksal des Bahnhofbären wird heute regional bekannt gemacht – wer weiss, vielleicht erfahren wir mehr über seinen Verbleib – Hinweise sind hochwillkommen! Herzlichen Dank an die Surseer Woche, insbesonder Daniel Zumbühl. Zum Artikel als pdf ….    

Einfach weg, der Bär

„Er ist weg. Die Caritas hat ihn bestimmt geholt“, verkündete heute morgen mein Liebster, als er von seiner Einkaufstour ins Städtchen zurück kam. Das muss ich sehen, dachte ich mir, ab auf’s Velo und los. Tatsächlich, der Bär war unauffindbar. Es gab mir einen Stich ins Herz. Ich schaute in die Abfalleimer, warf einen Blick in die … Weiterlesen

Nass, schmutzig, einsam

Wieder in einem Körbchen, den Pelz voller kleiner Wasserperlen. Eine Pfote ist schmutzig. Er ist wohl von der Pedale auf den Boden gestürzt. Das Fell auf dem Kopf ist zerzaust, platt gedrückt. Hat er eins auf die Rübe bekommen? Vielleicht wäre ein Gefährdungsmeldung angesagt. Andererseits: asoziale Bären werden  bei uns abgeschossen. Er ist eben nur ein … Weiterlesen

Auf die Pedale gekommen

Es regnet. Ich spaziere an den Bahnhof, um nach dem Bären zu sehen. Zuerst denke ich: es ist vorbei, ich sehe ihn nirgends. Dann entdecke ich ihn: Er hockt auf der Pedale des blauen Velos und lehnt sich an dessen Rahmen. Hat ihn jemand geschubst, so dass er vom weissen Gepäckträger gefallen ist, auf dem er … Weiterlesen

Er wird demnächst geköpft

Seid nicht so naiv, warf heute beim Mittagessen die Rothaarige in die Runde. Ich wusste sofort, dass es ein Chilbibär ist. Einer, der gewonnen wurde und niemand wollte, weil er einfach zu gross ist, fügte sie hämisch grinsend hinzu. Am kommenden Wochenende wird er zerstört, lautet ihre Prophezeihung – er wird wahrscheinlich geköpft werden. Auf … Weiterlesen

Der Bahnhofsbär oder die Zärtlichkeit der Pendler

Er war nicht zu übersehen; in der Reihe der parkierten Velos, am Mittwoch dem 7. September um 7.39 Uhr. Ich war gerührt – jö, wie herzig, der verlassene, einsame Bär.

Erinnerungen schossen aus dem scheinbaren Nichts in mein Bewusstsein. Eine davon war: Mein Bruder Ueli und ich retteten drei Teddybären – ausrangiert, einer in rosa, zwei in gelb, schmutzig und abgewetzt alle drei. Sie lagen am Strassenrand, bereit für ihren letzten Gang in den Müllwagen. Wir retteten sie, liebten sie jedoch nie richtig. Oder, Bruder, hast du sie gemocht? Ich nicht.

Diesen Flauschigen hier am Bahnhof schliesse ich sofort in mein Herz, bedingungslos. Was ist mit dem Kind, das den Teddy vergessen oder verloren hat? Es ist bestimmt untröstlich. Hoffentlich tut niemand diesem Bären etwas zu Leide, denke ich, hoffentlich klaut ihn niemand, damit er vom Kind gefunden werden kann.

Heute, fast eine Woche später, war er immer noch da. Sorgfältig von den Pendlerinnen und Pendlern betreut. Mal in diesem Körbchen, mal in jenem und am Donnerstag, 18.31 Uhr in meinem Körbchen. Welch eine Ehre: Der Bär in Sicherheit in meinem Körbchen! Ergreifend.

Versuchsweise setzte ich ihn in ein Körbchen eines schlecht gewarteten Velos – mal schauen, ob, na ja, ob auch jener Typ, trotz Lottervelo, lieb zum Teddy ist. Er war es, hatte ein Herz für den Plüschbären, den Bahnhofsbären, wie ich ihn mittlerweile getauft hatte. Er setzte ihn sorgsam ins Körbchen eines weissen Velos, als er sein Fahrgestell abholte.

Am Freitag erzählte ich die Geschichte Freunden. Überschwänglich erklärte ich, wie wir alle, die die Velos am Bahnhof stehen haben, dieses Kind fühlen, das den Bären vermisst, wie das verbindet und …. „es ist ein Chilbibär, endlich weiss ich, wo ich den schon einmal gesehen habe“, ruft mein Liebster in die Runde. Es war am Sonntag. Ein Typ gewann laufend Plüschtiere, die er gleich wahllos weiterverschenkte. Der Bär wurde am Bahnhof ausgesetzt, niemand wollte ihn.

Autsch! Meine warmherzige, schöne Geschichte am Boden zerstört. Kein trauriges Kind, niemand wartet auf diesen Mutzen, seine Zukunft ist ungewiss. Ich hätte es wissen sollen, er sieht völlig unbespielt aus, dieser Teddy, keine Kuschelspuren, zu sauber, zu frisch.

Wie wird es weitergehen mit diesem Plüschigen? Heute früh sass er wieder am Boden, angelehnt, am Abend war er noch dort, die Abendsonne glühte auf seinem Pelz. Wo wird er morgen sein, der Ungeliebte, Verlassene? – Ich halte euch auf dem Laufenden.

Dienstag, 13. September 2016

Zeit am Morgen

Ich habe den Busbahnhof von Aarau neu entdeckt. Es kommt vor, dass ich nach Monaten plötzlich die Route des Arbeitsweges ändere. Ich nehme eine andere Treppe und gelange auf einen Weg, den ich vor Jahren gelangweilt aufgegeben habe. Und: siehe da, er ist wieder reizvoll, neu – voller Aussichten!

Lange habe ich die Wolke über dem Busbahnhof Aarau gehasst: Die Uhr hat sie verdeckt, den Raum zwischen dem alten Postgebäude und dem neuem Bahnhofsgebäude zerstört, sich aufgedrängt, Platz genommen, sich aufgeblasen. Seit zwei Tagen beginne ich ihr zu verzeihen, weil sie optische Spielereien mit der Uhr zulässt.

Ich bin doch Superuserin

Soeben habe ich mir ein neues Generalabonnement bestellt: rot, neu, ein Swisspass, der verspricht, mehr als das GA zu sein. Ein lange Sache, denn die Frau am Schalter hatte viele Erklärungen dazu. Kurz vor dem Abschluss des Handels, musste die Papierrolle umständlich und mit leisem Knurren der Frau am Schalter, ausgetauscht werden. Egal, ich ging … Weiterlesen

Biere-Apples-Morges = BAM

Ich bekomme von dieser Gegend, Jura vaudois, nie genug. Die Weite und die Leere sind sensationell. Die Hecken, Gebüsche, Wäldchen, Felder, die Pässe, in der Ferne der See, die Bergkette von Savoyen, die ich nicht voll gesehen habe, weil es nie so klar war. Der Mont Blanc hingegen, hat sich eines morgens netterweise ein bisschen … Weiterlesen

Meine Lieblingsameise

Gestern haben Fredu und ich, im Bahnhofhäuschen St. Erhard-Knutwil, ein Abendpicknick veranstaltet. St. Erhard-Knutwil ist einer jener selten gewordenen Bahnhöfe, vor dem man noch offenes Feld hat. Im Rücken hingegen, kuscheln und drängen sich die Einfamilienhäuschen aneinander. Die Züge, die von Luzern her kommen, verschwinden am Horizont in die untergehende Sonne, fast wie in einem Western. … Weiterlesen