Sonntagsausflug klassisch

Sonntagsauflug klassisch, eine meiner Geschichten, hat es in die Dokumentation Fokus Linn geschafft, auf Seite 29. Ich bin richtig stolz darauf.

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Cellulite, wo bist du oder für jede Strecke gibt es einen Umweg

Ich hatte längst aufgehört, meine Cellulite wahrzunehmen. Diese Teilnahmslosigkeit hat sich gestern geändert – überraschend und plötzlich. Kurze Hosen in pink, grelles Sonnenlicht und einen intensiven Blick auf meine Oberschenkel: Ohalätz, sie ist weg, ziemlich weg, mehrheitlich weg, die Cellulite, sie ist eindeutig auf dem Rückzug.

Wie ist sie denn abhanden gekommen?

Heute früh habe ich gesurft und fand heraus, wie Frau die Cellulite los werden kann: Viel Bewegung und Sport führen zu Muskelaufbau, Muskeln verbrennen mehr Fett und dazu soll man gesund Essen. Das heisst: Vitamine, genug trinken, Ingwer essen, kurz, mehr von diesem, weniger von jenem ist angesagt und alles möglichst in der Vollversion mampfen – vollkörnig und vollfett. Aha, darum. Ich lebe nämlich seit einem Jahr so gesund wie oben beschrieben.

Mein iPhone hat mir den Weg dazu gewiesen.

Das hinterlistige iPhone weist mir den Weg

Im Mai 2016 habe ich ein neues iPhone ersteigert. Klamm heimlich zählte es meine Schritte. Dies bemerkte ich erst nach ungefähr 2 Wochen. Ich war empört. Dann kaufte ich mir einen Fitbit One-Schrittzähler. Ich wollte die Sache selber in die Hand, beziehungsweisen in den BH zu nehmen. Zwischen den Brüsten war dieses kleine Ding ideal und unauffällig platziert und tat seine Arbeit: es zählte meine Schritte.

Moni wagt es, mir einen Tipp zu geben

Zu den Fitbit-Geräten gehört eine App, die ich natürlich sofort haben musste. Ich zeigte alles Moni, die mir erzählte, dass es auch eine App zum Zählen der Kalorien gebe. So ein Seich, nichts für mich, antwortete ich. Drei Meter weiter, auf dem Weg in mein Büro, hatte ich die App, sie heisst Lifesum, schon auf mein iPhone geladen. Mal schauen schadet ja nichts. 11 Monate später war ich 22 Kg leichter, ein voller Erfolg mit hohem Spassfaktor.

Fitbit der Schrittzähler

Der Schrittzähler führte mich zurück zu alten, lieben Gewohnheiten: Zu Fuss auf Umwegen zum Ziel. Trödeln, die Zeit vergessen – Gefühle wie auf dem Schulweg, horchend, schauend, der Neugier folgend, rennen, um doch noch pünktlich zu sein.

Ich dehnte und dehne alle Wege aus: 28 Minuten zu Fuss an den Bahnhof anstatt in 6 Minuten mit dem Velo dort sein. 10 Minuten vom Bahnhof Aarau ins Büro, anstatt 4 Minuten. Im Sommer mit einer halbstündigen Velotour an den Bahnhof. Zu Fuss zum Briefkasten.

Es gibt für jede Stecke einen Umweg.

Lifesum zählt meine Kalorien

Disziplin brauchte und braucht die Nutzung des Kalorien-App: Essen wägen, Kalorien eingeben, Barcode der Produkte scannen. Mit Disziplin habe ich zum Glück kein Problem. Sie ist eine Kernkompetenz von mir. Ich bin die Tochter eines Offiziers. Die Kalorien-App ist toll, weil ich mit ihr lerne, Mengen einzuschätzen und Nahrungsmittel sinnvoll zu kombinieren. Werbung und Ratgeber haben mich über die Jahre unmerklich desorientiert. Mittlerweile esse ich wieder wie früher, als Migros und Coop noch klein waren und man im Detailhandel Dinge stückweise kaufte. Das Beste an der Sache:

Ich esse mit Freude und einem guten Gewissen.

Erkenntnisse

  • Gesund essen ist nichts besonderes. Ich kenne diese Ernährungsweise aus meiner Kindheit. Damals war sie für mich normal, jedenfalls bis die Grossverteiler begannen, gross zu verteilen, die Lädelis starben und man uns erzählte, dass Darvidas schlank machen.
  • Sich im Alltag viel bewegen ist locker machbar. Kurzstrecken zu Fuss statt mit dem Velo und nie vergessen, jede Strecke hat auch einen Umweg.
  • Kalorienzählen braucht Disziplin, vernichtet jedoch das schlechte Gewissen. Da wo ein schlechtes Gewissen war, spriesst ziemlich schnell das Sättigungsgefühl wieder.
  • Gute alte Gewohnheiten neu auflegen – daran gewöhnt sich das Gehirn recht gerne wieder.
  • Die Cellulite verzieht sich, weil ich mich täglich genug bewege und gut esse – hahaha, hat nichts gekostet, keine Massage, keine sauteure Salbe, keine Geräte.

P.S. für Töchter mit dickem Fudi

Meine Mutter musste dement werden, um mir zu sagen: du bist dick. Die Wirkung dieser Aussage war phänomenal. Fühlte sich wie ein Rausschmiss an. Wir waren in dieser Frage doch immer solidarisch, Mami – wir, die wir beide ein dickes Fudi hatten, wie schon unsere Ahninnen? Rausschmiss = die Freiheit, anders zu sein.

www.mariannesteiner.com
Montag, 16. Juni 2017

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