Erhascht mit Cannabis

Erhascht heisst ja eigentlich schon, dass jemand Hasch hat! Ich bin mit dem Zug in die Stadt und bei der dritten Haltestelle steigen sie ein: Drei Freaks, eingehüllt in eine Rauchwolke, die ätzend nach einem zweitklassigen Cannabis stinkt. Der Geruch breitet sich schnell aus.

Ich bin fast schon dusselig und überlege mir, ob die Drei mir kräftige Samen geben könnten, denn ich lebe mit der Diagnose MS und in der Zeitung stand gestern: Gut belegt sei die Wirksamkeit von Hasch, also Cannabis, in der Schmerztherapie, bei multipler Sklerose usw.

Heute hat meine MS Diagnose ihren dritten Geburtstag. Mir geht es gut. Eine Aufzucht von Cannabispflänzchen wäre also eher präventiver Natur.

Während ich sinniere und die Jungs nebenan darüber spekulieren, wer an der Party, die am Achzehnten steigen soll, dabei sein wird, sehe ich zwei Polizisten schnuppernd auf uns zukommen. Ich sehe sie, kurz bevor der Typ mit den Rastas nebenan sie erblickt und trocken zu seinen Kollegen sagt: Die Polizei!

Sie bleiben stehen, die zwei Herren in Uniform und stellen unaufgeregt fest, dass es nach Marihuana riecht. Einer schaut von den Jungs weg und grinst mich an: Von ihnen kommt dieser Geruch wohl kaum! – Ich fühle mich etwas ertappt, denn ich hatte mir schon überlegt, wo ich, falls ich zu Saatgut käme, meine Pflanzen ziehen würde: man weiss ja nie, antworte ich.

Montag, 05. Januar 2015

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