Sonntag, 15.14 Uhr
Whatsapp von Susanne vom Tannberg: MARIANNE!! WIE WAR DEIN AUFTRITT GESTERN?!
Sonntag, 15.58 Uhr, nach Lebkuchen und Kaffee
Ich per Whatsapp an Susanne: Es war sehr schön. Bin richtig in Flow gekommen, inkl. Fehler, die völlig egal waren und auch nicht so viele. Super, berührend. 8 Proben, zwei Konzerte. Es hat geklappt.
Mehr als ich allein
Warum hat es geklappt? Weil ich so fleissig und diszipliniert geübt habe? Ohne Fleiss kein Preis? Das stimmt. Da war aber viel mehr im Spiel.
Wir, die PS (Projektspielende) wurden herzlich aufgenommen vom Orchester. Bei der ersten Probe haben sich mich mit ihrer Musik fast erschlagen – aber auch total begeistert und berührt.
Susanne Bucher, die Dirigentin, hat gleich klargestellt: Fehler sind kein Problem. Trotzdem war sie streng, klar, direkt. Mich hat das angespornt: Spielt lauter, übt daheim das Tempo, riskiert Fehler, zieht kräftig und für alle sichtbar am Balg!
Die klare Ausschreibung hat mir signalisiert, mit diesen Vorgaben ist es zu schaffen. 6 Proben, 2 Zusatzproben, 2 Konzerte, 5 Stücke – das schafft ihr, das geht und bei Pia Siegenthaler, der Präsidentin, waren all meine Fragen gut aufgehoben und schnell beantwortet.
Was für ein Luxus und es kam noch mehr dazu: Die Kollegen, die Mitspielerinnen, die anderen PS! Nach jeder Probe etwas mehr Nähe und Vertrautheit, Einblick in Lebensgeschichten, Tipps und Tricks im Umgang mit Fehlern, lachen, Herzlichkeit, Ermutigung. Ich fühlte mich als Teil vom Orchester und somit auch voll und ganz getragen und sicher. Mir kann nichts passieren. Mit diesem Gefühlt spielte ich auf der Bühne und es gelang mir sogar zu lächeln!
Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen, denn das Glück ist immer da.
Johann Wolfgang Goethe
Der Johann hat recht gehabt. Es geht darum, zu erkennen, was einem gut tut, glücklich macht und sich offen und neugierig darauf einzulassen. Dafür braucht es keine grossen Reisen, sondern einen Blick für Möglichkeiten und in meinen Fall ein offenes Ohr für Fredu, der gesagt hat: Schau dieses Inserat, das wäre doch etwas für dich.
Danke mein Liebster und Dank euch allen vom Handharmonika-Club Staffelbach. Danke auch meinen fünf Gästen Nancy, Jörg, Claude und Brigitte vom Ukujam und Daniela. Ihr habt mich ganz schön überrascht.
Beltuna, mein Akkordeon
Ich glaube, sie hat heute in ihrem Rucksack leise gewinselt. War das die Furcht, wieder jahrelang vor sich hin zu darben? Jedenfalls habe ich sie sofort befreit und nachmittags ein paar Akkorde mit ihr improvisiert. Wie es weitergehen wird mit uns, weiss ich noch nicht. Aber: Es geht weiter. Ich habe sie zurückgewonnen, die blaue Beltuna.